GamuT - M'inent M7T Referenz Standlautsprecher in Sonderausführung "Makassar"

GamuT – M’inent M7T Referenz Standlautsprecher in Makassar Ausführung

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Bang + Olufsen, Gato Audio, Dynaudio, Dali, Densen, Gryphon, Jamo … Das kleine Dänemark (5,5 Millionen Einwohner) hat deutlich mehr Hersteller von highfidelem Weltrang als etwa die einwohnermäßig dreimal so große (und ebenfalls HiFi-verrückte) Niederlande. In Dänemark gab es früher die meisten Boxengehäuse-Fabriken, die bekanntesten Chassis-Hersteller (Scan Speak, Vifa, Peerless). Und B+O (Gründung: 1925) ist in der HiFi-Welt eh einmalig.

Von diesem tief verwurzelten HiFi-Wissen zehrt auch GamuT. Kreativer Kopf des Edelherstellers ist seit längerem der Lautsprecherentwickler Lars Goller, der schon in seinen Jahren bei Scan Speak revolutionäre Treiber entwarf und in Dänemark zu den ganz Großen seiner Zunft zählt – auch weil er eine klare Philosophie hat.

Bei seinem letzten Redaktionsbesuch entspann sich eine interessante Diskussion, weil er, der ehemalige Mess-Freak, mit der M’inenT 5 einen Lautsprecher abgab, der in den Messungen durchaus Schwächen zeigt. Goller: „Es braucht einen halben Nachmittag, um einen messtechnisch perfekten Lautsprecher zu bauen – kein Problem. Aber eine Flöte oder Geige perfekt über einen Lautsprecher wiederzugeben, das ist schwierig und erfordert sehr viel mehr Zeit. In den relevanten Bereichen helfen Messungen nicht weiter.

Deshalb betreibt Goller Forschung nach alter Väter Sitte: „Es ist die Erfahrung aus den Scan-Speak-Zeiten. Da haben wir Einzelteile wie Gummis oder Zentrierungen immer nach dem besten Klang, nie nach den besten Messergebnissen ausgewählt.“

Wie ein Musikinstrument

Im Vordergrund steht für GamuT ein optimales Phasenverhalten. Dem sind auch bei der neuen M’inenT 5 (kurz: M5) die meisten Konstruktionsmerkmale untergeordnet. Die Schallwand der superb verarbeiteten Standbox ist leicht nach hinten geneigt, damit die Schwingspulen von Hoch- und Tiefmitteltönern in etwa übereinander liegen und so der Schall beider Chassis zeitgleich am Ohr des Hörers ankommt. Auch die Frequenzweiche wurde vor allem auf eine perfekte Phasenlage hin optimiert. „Wenn die Phasenbezüge perfekt sind“, sagt Goller, „stimmt meist auch der Frequenzgang – na ja, zumindest an einem Punkt im Raum.“

Bei der M’inenT 5 scheint ihm das nur bedingt gelungen zu sein. Zwischen 2000 und 10000 Hertz hat die M’inenT 5 ein 4 Dezibel tiefes Loch – der Anlass unserer Diskussion. Dies konnte Goller noch durch seine Hörerfahrungen erklären. Schwieriger wurde es bei dem Impedanzminimum von 2,5 Ohm und dem mit 84,4 dB gar nicht so hohen Wirkungsgrad. Beide Werte zeigen an, dass die M5 kräftige und stabile Verstärker (wie den GamuT DI 150 ) bevorzugt.

Das Gehäuse betrachten die Dänen wie ein Musikinstrument, das durchaus eigene Schwingungen mitbringen darf. Deshalb kommen mechanische Dämpfung wie Bitumen oder aufgeklebte Kacheln nicht vor. Stattdessen finden sich in allen Modellen unterschiedliche Wandstärken und Einfräsungen (Bild rechts). „Starke Dämpfung verzögert das Ausschwingen und maskiert so die Musik“, sagt Goller. Bei den M-Modellen verwendet er MDF, bei den teureren S-Modellen Echtholz. Der Feinpress-Span schwingt schneller, aber unlinearer aus. „Echtholz klingt schöner.“

Trotz ihrer optisch schlanken Erscheinung ist die M’inenT 5 im Grundton eher füllig abgestimmt. Das kann man mögen oder nicht, es hat aber den Vorteil, dass die Box auch bei geringen Pegeln noch warm, satt und souverän klingt. Goller erklärt diese Abweichung vom Linearitäts-Ideal mit der Akustik gängiger Hörräume und der Masse grätziger Aufnahmen: „Mit einer solchen Abstimmung lässt sich viel mehr Musik viel länger hören.“

Viel Dynamik in den Mitten

Und die M5 hat bei langem Hören viel zu bieten. Packend ist ihre Echtheit etwa von Stimmen („Eleanor Rigby“ mit den King’s Singers / Telarc) oder Streichern („Danse Macabre“ von Camille Saint-Saens / DG-SACD), die beängstigend harzig-real im Hörraum standen. Die Abbildungsgenauigkeit der GamuT – auch in der exakten Oben/unten-Darstellung – sucht selbst in dieser Klasse ihresgleichen. Das Saxofon des Yuri Honing Trios in „Walking On The Moon“ hat der Tonmeister bedrohlich hoch, fast schon über die Köpfe des Zuhörers gesetzt. Mit der M’inenT 5 musste man quasi hochschauen, um in das Instrument zu blicken.

Gerade im Saxofon-Bereich, also den Mitten, bewies die GamuT eine verblüffende Dynamik – und legte damit selbst kleinste Klangschattierungen offen: Das Glockengeläut zu Beginn der Manger-Hörtestscheibe klang wunderbar prall und realistisch, das Becken in „Walking On The Moon“ schwang über die M5 feinfühlig und lange hörbar aus – einfach klasse. Auch die tiefen E-Bässe, mit denen der Hörtest-Klassiker beginnt, kamen erstaunlich kraftvoll und satt.

Die ebenfalls souveräne stereoplay-Klassenreferenz Epos Encore 50 (Test 3/10, 60 Klangpunkte) konnte in der Auffächerung feinster Details mithalten, wirkte aber dynamisch flacher und klang insgesamt weniger körperhaft und kraftvoll. Aber auch die absolute Kür, die Auflösung zischeliger S-Laute im Stimmbereich, zelebrierte die Dänin natürlicher, feiner, unangestrengter.

Sieht man mal vom etwas üppigen Oberbass ab, ist die M’inenT 5 eine Ausgeburt an Spielfreude, Neutralität und Präzision. Die Extraportion Grundton spendierte Goller, um die M5 nicht zu fad tönen zu lassen. „Ein bisschen geschmäcklerische Wärme muss sein“, meinte der sympathische Däne augenzwinkernd. Die Mehrheit der Musikfreunde wird ihm – spätestens nach einer ausgiebigen M5-Hörprobe – begeistert zustimmen.

Gamut M’inenT